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TikTok· überarbeitet am

TikTok LIVE: die ersten 30 Tage

Creatorin steht vor einem Ringlicht in ihrem Zimmer und spricht in die Kamera

Du bist für TikTok LIVE freigeschaltet und weißt nicht, wo du anfangen sollst. Diese vier Wochen entscheiden mehr als die vier danach — nicht weil ein Algorithmus dich prüft, sondern weil du in dieser Zeit deine Gewohnheiten festlegst.

Vier Wochen, eine Sache pro Woche

  1. Woche 1

    Rhythmus

    Zwei bis drei feste Termine, mindestens 45 Minuten am Stück.

  2. Woche 2

    Technik

    Ton, dann Licht, dann Kamera. In dieser Reihenfolge.

  3. Woche 3

    Reden

    Auch bei drei Zuschauern so sprechen, als wären es zwanzig. Namen benutzen.

  4. Woche 4

    Zahlen

    Jetzt erst in die Auswertung sehen. Vorher ist alles Zufall.

Eine Sache pro Woche, nicht alle vier gleichzeitig. Wer in Woche 1 an der Kamera schraubt, hat am Ende einen schönen Aufbau und keinen Rhythmus.

Woche 1: Rhythmus vor Reichweite

Lege zwei bis drei feste Termine pro Woche fest und halte sie. Nicht fünf, die du nach zehn Tagen aufgibst. Wiederkehrende Zuschauer entstehen dadurch, dass jemand weiß, wann du da bist.

Streame in dieser Woche mindestens 45 Minuten am Stück. Kurze Streams geben niemandem die Gelegenheit, dazuzustoßen.

Woche 2: Technik aufräumen

Ton schlägt Bild. Ein verrauschtes Mikrofon vertreibt mehr Leute als ein mittelmäßiges Bild. Kümmere dich zuerst darum, dann um Licht — und erst dann um Kameraqualität.

Wenn du mit Overlays, mehreren Szenen oder mehreren Kameras arbeiten willst, brauchst du eine Streaming-Software und damit einen Stream-Key . Das ist der Punkt, an dem die meisten hängenbleiben.

Woche 3: Reden lernen

Der häufigste Anfängerfehler ist Stille, wenn niemand schreibt. Der zweithäufigste ist, nur mit den drei Leuten zu reden, die schreiben. Sprich so, als säßen zwanzig Leute im Raum, auch wenn es drei sind — für jeden Neuen, der reinkommt, ist das der erste Eindruck.

Begrüße Leute mit Namen. Es kostet nichts und ist der wirksamste Einzelhebel für Verweildauer.

Woche 4: Zahlen ansehen

Jetzt lohnt der Blick in die Auswertung: Wann kommen die meisten, wann brechen sie ab, welche Tage laufen besser. Vier Wochen sind die kürzeste Zeitspanne, aus der sich überhaupt etwas ablesen lässt. Vorher ist alles Zufall.

Was du getrost ignorieren kannst

  • Gekaufte Zuschauer. Sie bleiben nicht, sie interagieren nicht, und sie verzerren genau die Zahlen, aus denen du lernen willst.
  • Die perfekte Ausstattung. Niemand hat je einen Stream verlassen, weil die Kamera nur 1080p konnte.
  • Vergleiche mit großen Kanälen. Du siehst deren Woche 200, nicht deren Woche 1.

Wo eine Agentur ins Spiel kommt

Nichts davon braucht zwingend eine Agentur. Was eine Agentur ändert, ist die Geschwindigkeit: Ein Live Manager sagt dir in Woche 2, was du sonst in Woche 12 selbst herausfindest. Dazu kommen Zugang zum Stream-Key und Hilfe, wenn ein Stream zu Unrecht gesperrt wird.