← Alle Ratgeber
Plattformübergreifend
Die zweite Plattform

Der häufigste Irrtum beim zweiten Kanal ist die Annahme, das Publikum ziehe mit. Ein Teil tut das. Der grössere Teil hat dich dort gefunden, wo er ohnehin war, und bleibt dort.
Was du mitnimmst
- Dein Können. Reden, moderieren, mit einem leeren Chat umgehen — das ist die eigentliche Arbeit, und sie ist plattformunabhängig.
- Deine Technik. Aufbau, Ton, Licht und Szenen funktionieren überall gleich.
- Deinen Namen. Wenn du überall gleich heißt, findet dich, wer dich sucht. Unterschiedliche Namen auf verschiedenen Plattformen sind der leiseste und teuerste Fehler.
Was bei null anfängt
- Die Empfehlungen. Jede Plattform beurteilt dich neu und kennt deine Vorgeschichte nicht.
- Die Gewohnheit deiner Zuschauer. Wer dich seit einem Jahr donnerstags schaut, wird nicht dienstags woanders auftauchen, nur weil du es sagst.
- Die Regeln. Was auf der einen Plattform üblich ist, kann auf der anderen eine Verwarnung sein — beim gleichzeitigen Senden ebenso wie bei Inhalten.
Der Fehler, der die meisten zweiten Kanäle beendet
Er heißt Ungeduld. Der erste Kanal hat Monate gebraucht, aber daran erinnert man sich nicht mehr — man vergleicht den neuen Kanal mit dem Stand des alten. Nach drei Wochen mit zwei Zuschauern wirkt das wie Scheitern, obwohl es genau der Anfang ist, den der erste auch hatte.
Setz dir vorher fest, wie lange du es probierst, und halte dich daran. Drei Monate sind ein ehrlicher Zeitraum. Wer nach zwei Wochen aufhört, hat nichts gelernt außer, dass zwei Wochen zu kurz sind.
Praktisch
- Gleicher Name, gleiches Bild, gleiche Beschreibung — überall.
- Verlinke deine Kanäle in beiden Richtungen, aber im Profil, nicht im laufenden Stream. Auf manchen Plattformen ist das aktive Abwerben während der Sendung ausdrücklich verboten.
- Verschiedene Zeiten statt derselben. Zwei Kanäle zur gleichen Stunde konkurrieren miteinander, es sei denn, du sendest bewusst parallel.
- Miss nach vier Wochen, entscheide nach zwölf.